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Naturprodukte im Aquarium

 

In Aquarien werden seit langer Zeit Torf, Eichenextrakte oder auch Erlenzäpfchen eingesetzt, um das Wasser mit pflanzlichen Wirkstoffen anzureichern.
Unter anderem sind dies Gerbstoffe, also häufig wasserlösliche Kohlenwasserstoffverbindungen, die sauer reagieren. Sie sind im Pflanzenreich weit verbreitet und haben eine mild desinfizierdende und bakterien- und pilzhemmende Wirkungen. Man kann sie z.B. vorbeugend gegen Laichverpilzung, aber auch zur Behandlung und Prophylaxe von Flossenfäule und Schleimhautproblemen einsetzen.
Durch die hier vorgestellten Naturprodukte wird der pH sehr leicht gesenkt und der Gesamtsalzgehalt (Leitwert) geringfügig erhöht.
Das Wasser bekommt nach einiger Zeit einen schönen bernsteinfarbenen Ton, bleibt dabei aber glasklar. Für viele Aquarienbewohner sind sie zudem eine willkommene Abwechslung und Ergänzung im Speisenplan....

Allerdings muss beachtet werden, dass eine Überdosierung von diesen Stoffen auch negative Auswirkungen haben kann. „Viel hilft viel“ sollte hier nicht in die Tat umgesetzt werden. Allen hier gemachten Angaben liegen Erfahrungsberichte zu Grunde. Jeder sollte vor der Anwendung kritisch die Angaben prüfen und gegebenfalls lieber mit einer deutlichst geringeren Dosierung beginnen und bei der Anwendung seine Pflegelinge dauernd beobachen. Ebenso ist zu beachten, daß Laub aus organischen Verbindungen besteht, die im Aquarium umgesetzt werden. Dabei werden u.a. Phosphat und andere Spurenelemente freigesetzt und gleichzeitig Sauerstoff verbraucht. Ein regelmäßiger Wasserwechsel bzw. ein sofortiger Wasserwechsel beim Auftreten von Problemen ist überaus sinnvoll!!!

 

Seemandelbaum-Blätter

In tropischen Gebieten weltweit werden Blätter, Früchte und Rinde des Seemandelbaumes Terminalia catappa für zahlreiche medizinische Zwecke genutzt.

Pro 100 Liter Aquarienwasser gibt man 2 - 3 Blätter, je nach ihrer Größe. Nach 1 - 2 Tagen haben sich die Blätter mit Wasser vollgesaugt und gehen unter. Neben ihrer Wirkung bieten sie noch einen dekorativen Anblick in einem naturnah eingerichteten Becken. Die Blätter sind nach 2-3 Wochen ausgelaugt und man sollte sie ersetzen. Im Laufe der Zeit zersezten sich die alten Blätter, bis nur noch ein zartes Blatt-Gerippe übrigbleibt.

 Als positive Nebenwirkung werden auch Blaualgen (Cyanobakterien) durch Gerbsäuren deutlich in ihrer Entwicklung gehemmt.

Seemandelbaum-Blatt

Seemandelbaumblätter werden aus verschiedenen Herkunftsländern in sehr unterschiedlicher Qualität und zu unterschiedlichen Preisen angeboten..... gute Seemandelbaumblätter haben neben einem geringen Schadstoffgehalt einen frischen aromatischen Duft! Sehr gute Qualitäten gibt es z.B. in Thailand und auf Java.

Auch andere Laubsorten sind für Aquarien geeignet. Nach Berichten sollen auch Eichen-, Birken-, Walnuß- und Bananenblätter positiv auf die Gesundheit unserer Aquarienbewohner wirkende Stoffe in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten. Zum einen kann das trockene Herbstlaub, nachdem es gewässert oder kurz überbrüht wurde, in das Aquarium eingebracht werden. Zum anderen haben grün gepflücktes und dann getrocknetes Laub von Birken und v.a. Walnüssen einen höheren Wirkstoffgehalt. Bei der Anwendung ist jedoch Fingerspitzengefühl notwendig!

Weitere Laubarten, die Beachtung verdienen, sind vor allem von Buche, aber auch von Ahorn, Apfel, Birne, Erle, Esskastanie, Hainbuche, Haselnuss, Kastanie, Kirsche, Pappel, Pflaume, Ulme und Weide

 

Seemandelbaum-Samen

Seemandelbaum-Samen, frisch

Seemandelbäume Terminalia catappa benötigen einen hellen, warmen Standort am Fenster oder im Wintergarten. Im Sommer ist eine Haltung im Freiland an einem sonnigen, wind- und regengeschützten Standort vorteilhaft. Die Überwinterung sollte hell und leicht feucht bei etwa 15°C erfolgen.

Zur Aussaat wird die Hülle, die die großen Samen umschließt weitgehend entfernt. Die Samen sollten 2-3 Tage bei 25-28°C in Wasser vorgequollen und dann in einem Kokossubstrat oder einer leicht feuchten (nicht nassen!!!) 1:1 Mischung von Sand und Aussaaterde 2-3 cm tief gelegt werden. Der Aussaattopf sollte hell und bei einer optimalen Keimtemperatur von 25°C aufgestellt. Die Keimung erfolgt unregelmäßig und kann bis mehrere Monate dauern.

SeemandelbaumRinde

Seemandelbaumrinde bietet neben ihrer Wirkung auch noch einen sehr dekorativen Anblick in einem naturnah eingerichteten Becken.

Genau Dosierungsangaben können nicht gemacht werden und sie sollten bei der Anwendung Ihr Aquarium genauestens beobachten und auch die Wasserwerte messen, um frühzeitig eingreifen zu können. Als Richtwert scheinen 1-2g/100l ausreichend zu sein, um die mild desinfizierenden, bakteriostatischen bzw. antibakteriellen und fungizieden Eigenschaftern zu nutzen. Viel hilft nicht automatisch viel!!!!

Die Rinde muß zudem vor der Anwendung mit reichlich kochendem Wasser übergossen werden, darin auskühlen und weitere 12 Stunden darin verbleiben. Erst dann kann sie verwendet werden!!!!

 Als positive Nebenwirkung wurde beobachtet, daß auch auch einige Blaualgen (Cyanobakterien) und Grün- und Rotalgen vermutlich durch die enthaltenenen Gerbsäuren in ihrer Entwicklung gehemmt werden. Diese Beobachtung ist jedoch nicht in jedem Fall zu machen.

Die Wirkungen sind im Vergleich zu Seemandelbaumblättern allgemein stärker und deutlich schneller wirkend.

Seemandelbaum-Rinde

 

Pithecolobium dulce (Roxb.) Benth. Mimosaceae

Pithecolobium dulce

Die Wirkstoffe (u.a. Gerbstoffe) haben eine mild desinfizierende, antibakterielle und fungizide Wirkung, die u.a. zur Behandlung und Prophylaxe von Schleimhautproblemen dient.

Die Fische erscheinen kräftiger, deutlich vitaler und gesünder, das Leuchten der Farben wird verstärkt. Sie wird im asiatischen Raum häufig bei der Haltung von Kampffischen eingesetzt und ergänzt hier die Wirkung von Bananenblättern optimal.

Die Rinde sollte zudem vor der Anwendung mit reichlich kochendem Wasser übergossen werden, darin auskühlen und weitere 12 Stunden darin verbleiben. Erst dann kann sie zum Ansatz eines wässrigen Auszuges (2,5g/l) verwendet werden!!!! Dieser Auszug wird nur tropfenweise unter ständiger Kontrolle verwendet. Viel hilft nicht automatisch viel!!!!

 

 

 

Lapacho-Rinde Tabebuia avellanedeae

Der Lapacho-Baum, dessen Innenrinde schon bei den Inka als Heilmittel verwendet wurde, wächst in den Regenwäldern von Argentinien, Paraguay, Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern. Er ist ein immergrüner Baum, der bis zu 700 Jahre als werden kann.

Nach der Ernte regeneriert die Rinde des Lapacho-Baums relativ schnell wieder und die Bäume erleiden keinen dauerhaften Schaden.

 

Die Inhaltsstoffe der Rinde fördern das Immunsystems.

Sie haben eine antibakterielle, fungizide und antivirale Wirkung.

Zur Anwenung kommt hauptsächlich der zum zweiten mal aufgebrühte Teeaufguß oder die ausgelaugte Rinde eines Teeaufgusses direkt im Aquarium.

Lapacho-Rinde

 

 

Erlenzäpfchen (die Früchte der Schwarz-Erle (Alnus glutinosa))

Höchstens 10 Erlenfrüchte werden pro Monat auf 100Liter Aquarienwasser gegen. Dadurch wird der pH leicht gesenkt und der Gesamtsalzgehalt (Leitwert) geringfügig erhöht. Sie kann z.B. vorbeugend gegen Laichverpilzung, aber auch zur Behandlung und Prophylaxe von Flossenfäule und Schleimhautproblemen einsetzen. Das Wasser bekommt nach einiger Zeit einen schönen bernsteinfarbenen Ton, bleibt dabei aber glasklar.

Erlenzäpfchen
Die Wirkstoffe (u.a. Gerbstoffe) haben eine mild desinfizierende, algenhemmende und fungizide Wirkung.

 

Schwarztorf

Schwarztorfgranulat hat eine Langzeitwirkung zur Wasserenthärtung und eine vorbeugende Wirkung gegen Algen, Bakterien und Pilze.
Die Wirkstoffe (u.a.Huminsäuren) werden schonend im Wasser freigesetzt und der pH-Wert gesenkt.

Sehr gut geeignet ist reiner unbelasteter Norddeutscher Schwarztorf, in Deutschland verarbeitet (1 l ~ 420 - 450 g). Dosierung: 1 l Schwarztorfgranulat genügt für 800 - 1000 l Wasser, abhängig vom pH-Wert und der Karbonathärte des Ausgangswassers. Das Schwarztorfgranulat sollte dann etwa alle 8 bis 12 Wochen gewechselt werden. Nach dem Einsatz im Aquarium kann das Granulat zum Kompostieren benutzt oder im Bioabfall entsorgt werden.
Torfgranulat

 

 

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